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2021 NFL Draft

Ferdis Falcons Fits

Chris Simms‘ letzter Mock mit Justin Fields an #32 zeigt: Vor dem Draft darf geträumt werden. Ich will heute von Prospects träumen, die ich sehr gerne in Atlanta sehen würde. Spieler, die mir persönlich sehr gut gefallen, die sich in den letzten Woche und Monaten zu Lieblingen von mir entwickelt haben und Spieler die meiner Meinung nach ein passender Fit für die Falcons wären.

Es ist ein Mix aus hoch gehandelten Prospects und Sleepern, vom potentiellen Top 5-Pick bis zum wahrscheinlichen Undrafted Free Agent. Ich will euch 10 coole Prospects vorstellen, von denen ja vielleicht einer wirklich den Weg in die Hauptstadt Georgia’s findet.

Justin Fields, QB, Ohio State

Rank auf dem Consensus Big Board von TheAthletic: #5

Wo könnte man ihn draften? 1. Runde

I just had to. Justin Fields ist einer meiner absoluten Draft-Crushes dieses Jahr und die Tatsache, dass die Falcons eine wirklich gute Chance auf ihn haben, macht ihn nur noch spannender. Ich weiß nicht, ob es schon einmal ein Prospect gab, das mit einem reported 4.4 40 Yard Dash sowie einer überragenden Accuracy aus dem College kam – ich kann mich jedenfalls nicht erinnern. Fields ist ein herausragender Athlet und könnte seine Fähigkeiten als Runner noch viel häufiger einsetzen. Dabei bräuchte er die gar nicht, denn Fields ist ein richtig guter Pocket Passer mit sehr guter Arm Strength und punktgenauer Accuracy.

Diese leidet noch ein wenig, wenn er außerhalb der Pocket ist, und er muss under pressure noch besser und schneller in seinen Entscheidungen werden. Das sind Schwächen, aber keine an denen man nicht arbeiten könnte und erst recht keine, für die ein zweijähriger herausragender Starter am College mit einer Menge Upside aus den Top 10 fallen sollte.

Ich sag es wie es ist: Wenn Justin Fields an #4 da ist und ihn die Falcons *nicht* nehmen werde ich vermutlich die Draftnacht durchheulen. Nicht nur weil es wahnsinnig cool wäre, einen meiner größten Draft-Crushes bei den Falcons zu sehen, sondern weil Justin Fields ein Glücksfall für das Team ist, das ihn bekommt. Und wehe, das sind die New England Patriots.

Elijah Mitchell, RB, Louisiana

Rank auf dem Consensus Big Board: #179

Wo könnte man ihn draften? 4.-7. Runde

Wir springen ans andere Ende des Drafts: Elijah Mitchell dürfte den Donnerstag und Freitag ganz entspannt verfolgen können und wird wohl erst an Day 3 gepickt werden. Hier gefällt er mir als Option mit Upside aber sehr gut. Er hatte einen der besten Athletic-Scores aller Running Backs im Draft: 96th percentile 40 Yard Dash, 93th percentile Broad Jump, 81th percentile Vertical Jump, 73th percentile Short Shuttle, 71th percentile Three-Cone. Mitchell bringt richtig gute athletische Tools mit.

Dazu hat er Production vorzuweisen und kommt mit drei aufeinanderfolgenden Jahren mit 850+ Yards und 8+ TDs in den Draft. Er hat einen RB-Körperbau, ist schnell, hat Burst und auch etwas Power. Er sollte gut in ein outside-zone-Scheme passen, das Scheme das Arthur Smith nach Atlanta mitbringt. Die Bedenken? Mitchell hatte eine starke O-Line und kaum gute Gegner, er ist eher ein One-Speed-Runner und hat als Receiver nicht viele Catches vorzuweisen.

Für mich ist Mitchell eine sehr interessante Day 3 – Option, den man in der 5. oder 6. Runde picken könnte und der für die Falcons nicht nur ein Scheme-Fit wäre, sondern richtig gute Tools sowie Erfahrung mitbringt.

Rondale Moore, WR, Purdue

Rank auf dem Consensus Big Board: #37

Wo könnte man ihn draften? 1.-2. Runde

Eins vorweg: Dass Rondale Moore in Atlanta landet halte ich leider für sehr unwahrscheinlich. Ich rechne generell nicht mit einem frühen WR-Pick, und wenn doch würde ich vermuten, dass sie eher einen großen, schnellen Receiver als potentiellen Julio Jones-Ersatz draften. Weil ich Rondale Moore so unfassbar gerne mag, will ich ihn trotzdem kurz vorstellen.

Moore ist mit 5‘7‘‘ sehr klein und hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Wenn er aber fit war, oh boy war er gut. Moore ist explosiv, enorm schnell und super beweglich. Dazu spielt er für seine Größe unheimlich physisch. Wobei, er spielt nicht nur so, er ist es auch: 24 Bench Press Reps sind bei seinem Gewicht einfach nur absurd. Das sind sieben Reps mehr als Julio Jones bei seinem Pro Day hatte und ein Rep mehr als 6‘7‘‘, 364 Pfund Tackle Mekhi Becton vor einem Jahr geschafft hat. Becton wiegt doppelt so viel wie Moore – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ah, und hatte ich Moore‘s 43‘‘ Vertical Jump (99th percentile) schon erwähnt?

Seine herausragende Athletik setzt Moore vor allem nach dem Catch ein. Er ist ein YAC-Monster, bricht regelmäßig Tackles oder lässt Defender aussteigen und ist unheimlich dynamisch, wenn er den Ball in seinen Händen hat. Er ist ein relativ unerfahrener, aber guter Route Runner, hat sichere Hände und ist ein Playmaker. Es würde mich wie gesagt sehr überraschen, sollte er in Atlanta landen, aber wenn doch ist das Jersey bestellt, sobald es verfügbar ist.

Tre Walker, WR, San Jose State

Rank auf dem Consensus Big Board: nicht unter den Top 300

Wo könnte man ihn draften? 6.-7. Runde, vermutlich sogar als UDFA verfügbar

Tre Walker’s Pro Day war so unfassbar schlecht, dass er es leider schwer haben dürfte, gedraftet zu werden. Wenn du klein und leicht bist, solltest du wenigstens in den Geschwindigkeits- und Agilitätsdisziplinen punkten können – doch auch hier war Walker schwach. Zum Glück spielt er deutlich schneller, als es seine Stats suggerieren.

Walker verfügt über eine starke Körperbeherrschung und Start-Stop-Ability, was ihm bei seinem Route Running zugutekommt. Hier ist er bereits sehr weit und kreiert gut Separation. Auch wenn ihm der Long Speed fehlt, hat Walker regelmäßig 15+ Yards-Plays gemacht und war ein Deep Threat in der Offense von San Jose State. Außerdem ist er eine YAC-Waffe und hat über die letzten beiden Jahre 31 Tackles gebrochen. PFF nennt als Vergleichsspieler Diontae Johnson, und auch wenn der ein gutes Stück stärker war als Walker finde ich den Vergleich durchaus passend.

Tre Walker hat sich mit seinem Pro Day selbst einen schweren Weg in die Liga beschert, ich glaube trotzdem, dass er mit seinen Route Running- und YAC-Fähigkeiten eine Rolle in der NFL haben kann, im Slot oder Outside, und dass er im Spiel dynamischer ist als auf der Laufbahn. Und ich bin zum Glück auch nicht ganz allein mit meiner Begeisterung für ihn.

Tommy Tremble, TE, Notre Dame

Rank auf dem Consensus Big Board: #85

Wo könnte man ihn draften? 3.-4. Runde

Die TE-Class nach Pitts ist zäh und man muss bei jedem Spieler irgendwelche Abstriche machen – der eine kann nicht blocken, der andere hatte einen Pro Day aus der Hölle und wieder ein anderer hatte keine Production als Receiver. Tommy Tremble fällt eindeutig in die dritte Kategorie: Seine Zahlen mit 218 Yards 2020 und 183 Yards 2019 sind so ziemlich das Gegenteil eines wow-Effekts. Tremble ist (noch) kein starker Receiver, hatte mit Drops zu kämpfen und ist kein besonderer Route Runner.

Warum mag ich ihn dann? Als Blocker ist Tremble schon sehr weit und versetzte regelmäßig Defender auf ihren Hosenboden. Er will blocken, und er kann blocken – einige sehen ihn deshalb auch in einer Kyle Juszczyk-ähnlichen H-/Fullback-Rolle in der NFL. Dazu bringt er Athletik mit: 86th percentile 40 Yard Dash, 87th percentile Broad Jump und 85th percentile Vertical Jump. Tremble wird wohl nie der shifty Receiver und die YAC-Waffe sein. Aber er hat athletisches Upside, mit dem er sich zu einem soliden Receiver entwickeln kann, der größtenteils underneath unterwegs ist, durch seinen Speed aber auch vertikal eine Bedrohung darstellt und bei Contested Catches stark ist.

Arthur Smith mag seine TE’s, und Tremble ist das eher selten gewordene Profil TE, der auch ein starker Blocker ist und sich gut mit einem receiving TE wie Hayden Hurst ergänzen könnte. Tremble dürfte in Runde 3 oder 4 gehen, und gerade wenn er in die vierte Runde fallen sollte wäre das ein Pick, für den ich persönlich zum Podium sprinten würde.

Patrick Johnson, EDGE, Tulane

Rank auf dem Consensus Big Board: #166

Wo könnte man ihn draften? 4.-5. Runde

Pass Rusher sind nicht unbedingt die Prospects, die mir beim Draft am meisten Spaß machen, aber ich finde doch immer zwei oder drei Prospects, die ich mehr mag als der Großteil. Dieses Jahr ist Patrick Johnson darunter und ein Edge, der ein sneaky Value-Pick werden könnte. Er ist ein langer, schlaksiger (sofern man das in den Gewichtsregionen sagen kann) Edge mit 96th percentile Height und 9th percentile Weight. Physis ist wenig überraschend nicht seine Stärke, dafür bringt er richtig Speed und Agilität mit – ein 89th percentile 40 Yard Dash und ein 85th percentile Three-Cone sind die Highlights eines guten Pro Days.

Johnson hat drei Jahre Erfahrung als Starter und Production in dieser Zeit vorzuweisen. Technisch ist er schon relativ weit und kann ein Arsenal ein Pass Rush-Moves vorweisen. Er reagiert schnell, hat gute Processing Skills und auch etwas Erfahrung als off-ball Linebacker. Johnson dürfte in der NFL ein 3-4 OLB sein und damit in Dean Pees‘ Defense passen. Er bringt Starter-Erfahrung, Production und Technik mit, ist gleichzeitig aber auch ein guter Athlet. Damit sollte er mindestens ein guter Backup sein, kann sich aber auch zum Starter entwickeln. Wenn er Anfang bis Mitte von Day 3 da ist, könnte er hier ein spannender Pick sein.

Tay Gowan, CB, UCF

Rank auf dem Consensus Big Board: #211

Wo könnte man ihn draften? Ab der 4. Runde ein Steal

Tschut tschut, hier kommt der Hypetrain mit der Gowan-Gang.

Ich bin also nicht der einzige, der Tay Gowan mag, aber damit doch eindeutig in der Minderheit. Auf den meisten Big Boards findet er sich weit hinten wieder, auf dem Consensus Big Board landet er auf Platz 211. Manche haben ein UDFA-Grade bei ihm, PFF wiederum hat ein 3rd-Round-Grade – die Einschätzungen bei Gowan sind wirklich all over the place. Das könnte daran liegen, dass er es als Small-School-Corner und Two-Star-Recruit mit Opt Out wohl nicht einfach hatte, prominent auf dem Radar der Scouts zu sein.

Dabei hat Gowan 2019 ein richtig gutes Jahr gespielt und nur 20/50 Catches für 274 Yards und 2 TDs erlaubt. Er hatte 2 INTs, 7 Pass Breakups und hat von PFF ein 81er Grade erhalten. Er ist ein langer Corner, der auch mit größeren Receivern mithalten kann, sich aber gleichzeitig gut bewegt. Mit seiner Länge macht er es Receivern am Catch Point schwer und verlässt sich manchmal vielleicht sogar zu sehr darauf. Er ist nicht der schwerste Corner, aber er spielt physisch und nimmt es mit schwereren Receivern auf.

Dazu bringt er Geschwindigkeit mit und ist mit einem 4.44 Yard Dash (67th percentile) kein Corner, über dessen Long Speed du dir Sorgen machen musst. Er ist nicht der allerschnellste oder allerbeweglichste Corner, aber er bringt genug davon mit und hat eine sehr interessante Kombination aus Größe, physischem Spielstil und Athletik sowie einem wirklich guten Tape, auch wenn es nur ein Jahr war. Gowan mag vielleicht erst am Ende von Day 3 gehen, ich würde ihn ein gutes Stück früher picken.

Ambry Thomas, CB, Michigan

Rank auf dem Consenus Big Board: #125

Wo könnte man ihn draften? 4. Runde

Noch ein Corner, und noch ein Opt-Out mit wenig Erfahrung. Wenn du Ambry Thomas draftest, dann für seine Geschwindigkeit – sein 4.37 40 Yard Dash ist 91th percentile und eine Zeit, von der viele Receiver nur träumen können. Auch seine 10 und 20 Yard Splits sind sehr gut, Thomas kann rennen. Als ehemaliger Receiver bringt er gute Ball Skills mit und hat in seiner Karriere bei gut 400 Cover Snaps 4 INTs gefangen und dabei einen TD kassiert. 2019 gingen Receiver gegen ihn 25/47 für 332 Yards mit einem PFF-Grade von 80.8.

Thomas hat viel Erfahrung in Press-Man, versucht physisch zu spielen und ist ein guter, sicherer Tackler. Am College hat er größtenteils outside gespielt, in der NFL könnte er mit seinem Profil aber ein Slot-CB werden. Ihm fehlt es etwas an Beweglichkeit, Physis und vor allem an Erfahrung, aber in seinen wenigen Snaps hat Thomas durchaus überzeugen können und bringt eine Menge Speed mit, weswegen ich ihn als Day 3-Projekt interessant finde.

Carleb Farley, CB, Virginia Tech

Rank auf dem Consensus Big Board: #18

Wo könnte man ihn draften? 1.-2. Runde

Farley ist einen Tag vor dem Draft ein großes Fragezeichen. Er wurde vor nicht allzu langer Zeit als bester Corner im Draft und potentieller Top 10-Pick gehandelt, jetzt droht er vielleicht aus der ersten Runde zu rutschen. Der Grund dafür ist nicht sportlicher Natur, aber seine Verletzungen scheinen leider nicht ganz einfach zu sein.

Sollte Farley wirklich massive Medical Concerns haben, ist es verständlich, wenn Teams die Finger von ihm lassen. Gleichzeitig könnte er sich, wenn er gesund bleibt, als riesiger Steal herausstellen. Denn rein sportlich ist Farley für mich weiterhin der talentierteste Corner im Draft. Er ist ein irrsinnig guter Athlet, der wie kein anderer Size und Speed vereint. Mit 6‘2‘‘ ist er ein langer Corner, der es physisch gegen jeden Receiver aufnehmen kann. Sein 40 Yard-Speed liegt, Achtung festhalten, in den 4.20ern – das ist einfach nur absurd.

Diese Geschwindigkeit zeigt sich auch auf Tape in Form überragenden Recovery Speeds. Farley hat aber nicht nur Tools, er hat auch schon eine richtig gute Saison gespielt. 2019 ließ er nur 18 von 50 Catches für 257 Yards bei 2 TDs, 4 INTs und einem Passer Rating von 26.8 zu, von PFF bekam er in dieser Saison ein Grade von 86.9.

Farley ist technisch noch nicht so weit und erfahren wie Patrick Surtain und hat nur ein Jahr mit Quality-Tape. Das war dafür sehr stark und seine athletischen Tools sind einzigartig. Sollte Farley im Draft irgendwie bis an #35 fallen und die Falcons-Medicals-Abteilung sagen, dass sie das schon hinbekommen, dann ist das ein Homerun-Pick mit Upside ohne Ende.

Richie Grant, S, UCF

Rank auf dem Consensus Big Board: #54

Wo könnte man ihn draften? 2.-3. Runde

Richie Grant könnte ein interessantes Day 2-Target für die Falcons sein. Während Pick #35 für ihn vielleicht etwas früh wäre, wäre er beim Drittrundenpick an #68 sehr starker Value.

Grant hat mehrere Jahre als Starter vorzuweisen, und das merkt man. Er ist bereits sehr weit, versteht das Spiel und liest den gegnerischen QB gut. Das kombiniert mit seinen Ball Skills spiegelt sich in Ball Production wider: Er hatte über seine College-Karriere hinweg 10 INTs, 18 Defended Passes und 6 Forced Fumbles. Er ist sticky in Coverage und hat Erfahrung in verschiedensten Rollen – als Slot-CB, Box-Safety oder Free Safety. Damit scheint er gerade perfekt für einen DC wie Dean Pees, der seine Spieler gerne viel in unterschiedlichen Rollen herumschickt.

Grant’s größte Schwäche ist seine limitierte Athletik. Er ist keineswegs langsam oder unbeweglich, aber athletisch zu durchschnittlich, um ein potentieller First Rounder zu sein. Er ist nicht der Safety mit der riesigen Range, aber schnell genug, um in der NFL als Free Safety starten zu können. Er könnte in einer schwachen Safety-Class ein spannender Kandidat für die zweite oder dritte Runde sein, der mit seiner Flexibilität gut in die Falcons-Defense passen könnte.

Weitere spannende Namen, die ich zumindest nennen will: QB Jamie Newman (3.-4. Runde), RB Kenneth Gainwell (3.-4. Runde), RB Khalil Herbert (4. Runde), WR Dax Milne (4.-7. Runde), WR Simi Fehoko (4.-6. Runde), TE Briley Moore (4.-7. Runde), OT/G Brady Christensen (2.-3. Runde), C/G Robert Hainsey (4.-6. Runde), C Drake Jackson (5.-7. Runde), DT Tommy Togiai (3. Runde), EDGE/DT Payton Turner (2.-3. Runde), LB Jabril Cox (2.-3. Runde), CB Asante Samuel (1.-2. Runde), S Jamar Johnson (2.-3. Runde).

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