Kategorien
Allgemein

Rapid Reaction: Julio Jones Trade

Eine Ära geht zu Ende: Julio Jones, einer der ikonischsten Falcons-Spieler aller Zeiten, ist seit heute kein Falcon mehr. 

Bevor wir unsere Sicht der Dinge erläutern noch die Fakten mit Blick auf den Salary Cap. Die Falcons erhalten 15,5m an Cap Space für 2021 und Julio steht mit 7,25m Dead Cap weiterhin auf der Gehaltsrolle. In 2022 haben die Falcons dafür 15,5m Dead Cap und nur etwas weniger als 4m an Cap Savings während in 2023 Julio dann komplett aus den Büchern raus ist.

Diese Entlastung hat ihren Preis, Julio Jones ist kein Falcon mehr, das ist in der allerrapidesten aller rapiden Reaktionen erst einmal schmerzhaft. Julio Jones ist definitiv in der Konversation der besten Falcons Spieler aller Zeiten zu sein, wenn nicht der wertvollste, und unter allen Falcons-verbundenen Hall of Famern wird er zum Zeitpunkt seines Antritts vermutlich der am meisten Atlanta-geprägte sein.

Das ändert nichts daran, dass er in seinem Alter nicht Zeit hat, einen neuen Teamaufbau zuzuschauen, was ihn schon seitdem klar war, dass ein Regimewechsel in Atlanta kommen wird, dazu gebracht hat, einen Trade zu suchen. Julio’s absolut Diva-lose Ära bei den Falcons wird bei einigen Fans damit angesäuert, aber man muss auch sagen, dass in Julios Diva-Losigkeit der größte Zug an Professionalität drin steckte, die ihn eben auch von all seinen Zeitgenossen unterscheidet: Der unbedingte Wille zum Siegen, Stats, Pro Bowls und weiß sonst was noch be damned.

Eben dieser bedingungslose Wille sollte ihm also nicht verübelt werden, wenn er auf den Scherbenhaufen in Atlanta blickt und sagt: Mit der Cap-Situation und neuen Leuten in town, die ihr Team nach ihren Vorstellungen aufbauen wollen, dauert das sicher bis 2023 bevor die überhaupt mitreden um die Playoffs. Julios Wunsch war somit verständlich, ein win now contender, der eher heute als morgen angreifen wird.

Terry Fontenot kann für diese Situation kaum was. Er und Arthur Smith haben nicht nur den Julio Trade-Wunsch bei Dienstantritt bekommen, sie haben eine Cap-Situtation geerbt, die eben einen großen, schmerzhaften Move (sei es bei Julio, sei es bei Grady Jarrett) erfordern würde. Jarrett ist der deutlich jüngere Leistungsträger und wollte auch nicht raus aus Atlanta, insofern war die Entscheidung bei wem der beiden anzusetzen ist, schon gefällt, bevor Fontenot überhaupt in sein Office spazierte. Auch Arthur Smith, der den selben Agent wie Julio Jones hat, dürfte darüber im klaren gewesen sein. 

Wissend, dass Julio raus will und schon eine Vergangenheit mit Mini-Holdouts hatte, war also nur die Frage: Wie maximiert man den Trade-Value von einem 32-jährigen Star-WR mit Verletzungshistorie? Hier kann man Fontenot durchaus kritisch befragen, ob denn ein Abwarten den Wert nicht erhöht hätte. Die Downside von Abwarten ist aber, dass der Cap-Space für die Rookies eben erst später kommen würde.

War es denkbar, dass jemand einen 1st Rounder hinblättert UND das Gehalt voll aufnimmt? Ja, vor allem gegen September hin, wenn die ersten Verletzungen anrollen. Aber es ist auch verständlich, dass Smith nicht so lange warten wollte mit der Arbeit an den Rookies. Mit der Situation Anfang Juni dürfte der Markt tatsächlich recht realistisch nicht mehr hergegeben haben als 2nd rounder plus nochetwas, und auf jeden Fall mehr, als er dann nächste Offseason (für das Alter von 33) hergegeben hätte.

Insofern bleibt auch hier, wie so oft die Zusammenfassung: Es ist schwierig Fontenots Arbeit im Detail zu beurteilen, da er so viel Dreck von Dimitroff geerbt hat. Die Off-Season der Falcons zeigt, dass ein softer Rebuild, mit klarem Fokus auf einem gelösten Cap 2023, und mit Stück für Stück Abarbeitung der Dimitroff-Altlasten der Fokus war. 

Wir haben konsequent die Moves der Offseason unter dem Blickwinkel analysiert, und der Julio-Trade passt genau in dieses Paradigma: 2021 und 2022 wird hart, aber 2023 steht das Team wieder gesund auf den Beinen. Jeff Schultz’ Artikel macht auch klar, was wir seither vermutet haben, dass Trey Lance viel höher auf dem Falcons Board war als Justin Fields, und somit die Kyle Pitts-Wahl bei weitem nicht der Win-Now-Move war, für das sie von den Matt Ryan Hardlinern der Welt gehalten wurde. 

The team was not nearly as high on quarterback Justin Fields coming out of the draft as it was Trey Lance, so when Lance went to San Francisco the pick before the Falcons’ pick, tight end Kyle Pitts was an easy call.

Jeff Schultz

Dieser softe Rebuild ist nicht machbar, wenn man Gehalt herumschleppt von Spielern, die nicht all-in sind. Insofern ist der Julio-Deal – wie die Matt Ryan Restructure – alternativlos gewesen aus Business-Perspektive, insbesondere durch den von Julio geäußerten Tradewunsch, auch wenn es spielerisch für 2021 natürlich ein Downgrade bedeuten dürfte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.