Kategorien
Allgemein

Morris und Koetter: Don’t Look Back

Was lange klar war, ist nun bestätigt: Weder Raheem Morris, noch Dirk Koetter werden weiter für die Falcons coachen. Hier der Abgesang und das Goodbye an zwei, die wir nicht sonderlich vermissen werden.


Dabei kann man ruhig sagen, dass die beiden für ihre Misere de facto wenig können. Beide sind gescheiterte Ex-HCs der Tampa Bay Buccaneers, die genug schlechten Track Record hatten, dass es fahrlässig war, ihnen je das Ruder zu überreichen. 

Raheem Morris, ein Alleskönner

Bei Morris geschah das natürlich durch Owner Arthur Blank, der Dan Quinn nach Woche 5 entließ und Morris die Mannschaft übergab. Morris war, zugegeben, vermutlich der beste qualifizierte für den Job, schließlich hat er auf beiden Seiten des Balls in Atlanta gecoacht und hatte die HC-Erfahrung in Tampa in seiner Tasche. 

Aber Morris war auch als Defensive Coordinator und Coach mitverantwortlich für die miserablen defensiven Leistungen der Jahre davor, sowie auch der ersten fünf Wochen von 2020:

JahrRaheem Morris’ RolleEPA pro Dropback
allowed
EPA Dropback SR
2015DB coach + Ass. HC19th25th
EPA/play allowedEPA SR
2020 W1-5DC + Ass. HC30th29th
Raheem Morris’ Karriere als defensiver Coach der Falcons, Daten von rbsdm.com

Die zweite Hälfte von 2019, in der er 3rd Down und Two Minute DC war, und die ihm den Job eingebracht hat vermutlich, war zwar wirklich geprägt von okayer 3rd Down Defense, aber erstens ist 3rd Down Defense extrem volatil, und zweitens war das gegen QBs wie Gardner Minshew und zweimal Kyle Allen auch eine deutlich einfachere Aufgabe.

Seine Zeit als HC war von weiterhin höchstens mediokren Defense geprägt, und sein Beitrag zu den wenigen Lichtblicken kann auch gerne in Frage gestellt werden, schließlich hatte er ab Woche 6 weniger mit der Defense zu tun als davor, wo er nur DC war. 

Im Grunde genommen war Morris nie gut genug, um dieses Team retten zu können, und nur weil seine Vorgesetzten noch schlechter waren, kam er zum Handkuss. Seine Entlassung ist logisch und nachvollziehbar, auch wenn er sicher noch einen Versuch als Assistant wo wagen wird.

Dirk Koetter, Tod durch Komfort 

Koetter war, wenn man so will, der erste wirklich gravierende OC Fehlgriff von Dan Quinn. Seine OC Wahl davor war eigentlich durch die Bank exzellent: Shanahan, der unfreiwillig verloren wurde, Sarkisian, der deutlich besser als sein Ruf war, und Gary Kubiak, der lieber nach Minnesota wollte. In der Panik der Kubiak-Absage, fiel Quinn das erste Mal bei einer OC Wahl um sozusagen, und wählt ein klar beschriebenes Blatt, das Komfort für Matt Ryan versprach. 

Dabei übersah er, dass es gerade das Unkomfortable, das er Ryan mit Shanahan und Sark abverlangte, das war, was Ryan zum MVP machte. Koetter als Fahrstuhlmusik, die ja nicht zu viel will, war genau das falsche für einen Veteran QB, der mental absolut in der Lage war und ist, neue Dimensionen seines Spiels zu entdecken.

Das Ergebnis war so vorhersehbar wie traurig: Koetter hilft mit seinem Scheme nicht ein bisschen mit und verlangt von WRs wie OL ihre individuellen Matchups zu gewinnen. Full Field Reads, Seven Step Drops, keine Motion, keine Rollouts, wenig Play Action, das Desaster war vorhersehbar.  

JahrEPA/playEPA SR
201914th11th
202016th24th
2019 + 202018th19th
Daten von rbsdm.com

Das liegt sowohl unter seinen Zahlen von 2012 – 2014, seinem ersten Stint als Falcons OC, als auch unter den Zahlen von 2015 – 2018, seiner Zeit in Tampa Bay mit Jameis Winston.

Koetter war immer schon ein höchst durchschnittlicher OC, der mit seinem Talent steht und fällt. Insofern liegt die Schuld an seinem Scheitern bei Quinn, der ihn einstellte.

Dass er geht, kann für das Team nur positiv sein, denn kaum jemand weigerte sich so sehr modernen Entwicklungen der NFL anzupassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.