Kategorien
Allgemein

Draft 2021 – Gründe für Optimismus

In den Jahren unter Thomas Dimitroff gab es im Draft vor allem Uptrades und Reaches. Das Vorgehen war vor allem oft darauf ausgelegt Needs im Draft anzugehen und nicht das Talentlevel im Kader zu erhöhen. Warum sich das unter dem Front Office wandeln wird und warum wir uns Hoffnung machen können mehr “Treffer” im Draft zu landen betrachten wird nachfolgend.

Zunächst haben wir die eigenen Aussagen von Terry Fontenot. Bei seiner Antritts-PK stellt er heraus das es für ihn im Draft darum geht die talentiertesten Spieler auszuwählen anstatt Löcher im Team zu stopfen. Der Ansatz zeigte sich bis hierhin auch in der Free Agency. Für alle Need-Positionen, außer QB2, wurde jemand verpflichtet, weitere 1 bis 2 Verpflichtungen sind nach dem Draft noch möglich. Daher ist es bisher auch schlicht nicht einzuschätzen was die Falcons im Draft machen werden.

Doch die Aussagen von Terry Fontenot sind nicht der einzige Grund weshalb Falcons Fans optimistisch für den anstehenden Draft sein dürfen. Im PFF-Artikel von Timo Riske (@pff_moo , Sturzflug-Interview) wird der historische Draft Erfolg von Teams betrachtet und daraus lassen sich interessante Aspekte und Punkte für die Atlanta Falcons herausziehen. Dafür wird das PFF WAR (Wins Above Replacement) als Metrik benutzt, welche wir kurz erklären wollen.

PFF WAR ist eine von Pro Football Focus ermittelte Metrik bei der die Leistung des Spielers, seine Aufgaben und deren Wichtigkeit sowie die Häufigkeit der Aufgabenausführung berücksichtigt werden. Dafür wird zunächst einmal die hauseigene PFF Grade zu Grunde gelegt. Ergänzt wird diese um die Wertigkeit der Plays die der Spieler macht. Anschließend wird die Leistung des Spielers mit der eines durchschnittlichen Spielers verglichen, der die gleichen Aufgaben übernimmt. Als weiterer Vergleichspunkt dienen die so genannten Ersatzspieler. Hierfür werden entsprechende historische Informationen von Teams mit einer 3 – 13 Saison genutzt. Daraus ergibt sich dann eine Wert bei der Spieler eine Zahl zugeordnet bekommen die dem Leser verrät wie viele zusätzliche Siege (oder auch Niederlagen) er dem Team einbringt im Vergleich zum Durchschnitt.

Historischer Drafterfolg einzelner Teams seit 2017

Kommen wir jetzt noch einmal zum historischen Draft Erfolg der 32 NFL Teams und weshalb Falcons Fans für die Drafts unter Leitung des neuen Front Office optimistisch sein dürfen. Wir schauen nachfolgend auf drei Teams die für unsere Betrachtung relevant sind. Zum einen das Ex-Team von Terry Fontenot. Zum anderen die Baltimore Ravens und deren Ex-GM Ozzie Newsome, die Fontenot als Vorbild bezeichnet. Darüber hinaus wurde ein weiterer Darft Entscheidungsträger in Dwaune Jones von den Ravens verpflichtet und als assistant director of college scouting installiert. Das dritte Team ist das Ex-Team von unserem neuen VP of player personnel Kyle Smith das Washington Football Team. Kyle Smith war dort den Großteil seiner 11 Jahre im college scouting tätig und im Draft involviert.

https://www.pff.com/news/nfl-historical-draft-success-for-all-32-nfl-teams

Wie man sehen kann sind die Ravens und Saints Top 4 Teams über die letzten vier Drafts gesehen. Daraus lässt sich zunächst einmal ableiten, dass das Vorgehen der Ravens sich auszahlt und es wert ist zu kopieren. Warum sollte man auch auf das WFT schauen wenn die doch laut der Grafik ähnlich abschneiden wie die Falcons? Ganz einfach der Haskins Pick der sich als katastrophal herausgestellt hat zieht das Ergebnis von Washington ins Mittelmaß, was im Gegenzug bedeutet, dass die sonstigen Drafts sehr gut sein mussten, um so einen Totalausfall abzufangen. Aber warum sollte man sich auf den Einfluss von Kyle Smith freuen, wenn dieser am Haskins Pick beteiligt war? Weil es Berichten zufolge nicht der Pick der Teamverantwortlichen war, sondern eine Entscheidung von Owner Dan Snyder ungeachtet des Draftboards, auf dem Haskins wohl gar nicht zu finden war (LINK).

https://media.pff.com/2021/02/teams_percentile_w_positions.png

Da das PFF WAR sich auch von Position zu Position unterscheidet, wandelt Timo die erste Ansicht um, indem er noch die Position des gedrafteten Spielers berücksichtigt und in welcher PFF WAR Percentile er sich bewegt. Durch diesen Kniff und die zusätzliche Einordnung, sind die letzten vier Drafts der Saints an Nummer 2 in WAR Percentile, die Drafts der Ravens an 6 und die des WFTs an 9, da der Haskins Pick nicht mehr so stark gewichtet wird.

https://media.pff.com/2021/02/teams_percentile_w_positions.png

Führt man zusätzlich noch wie Timo eine Gewichtung für die einzelnen Draftrunden ein liegen die Saints sogar auf 1, die Ravens bleiben auf 6, während das WFT etwas zurückfällt und jetzt an 11 ist. Jedoch ist es vor allem bei den Saints und dem WFT interessant auf die einzelnen Punkte zu schauen. Frühere Runden werden als größere Punkte dargestellt. So kann man sehen, dass die Saints gerade früh im Draft viele Treffer gelandet haben, während beim WFT es auch einige Treffer in den späteren Runden gibt. Die Ausführungen von Timo zeigen, dass die Saints, Ravens und das WFT zum oberen Drittel der NFL gehören wenn es um konstant gute Drafts geht, während die Falcons sich mit dem eher Need orientierten Ansatz von Dimitroff im Mittelfeld befinden.

Ein weiterer Aspekt den wir hier nur kurz umreißen und nicht abbilden ist eine weitere Ergänzung von Timo. Ergänzt man zu alldem noch Positional Values zeigt sich auch hier, dass die Saints und Ravens hier weiterhin zu den Top Teams gehören und auch einen Acht darauf haben, welche Positionen mehr Value bieten als andere.

In der Theorie sollte Fontenot in New Orleans genug gelernt haben, um einige Ideen, Ansätze und Konzepte mit nach Atlanta zu bringen sowie auch auf Positional Value im Draft zu achten. Smith hat in Washington als Teil des College Scouting Teams gezeigt das er ein gutes Auge für talentierte Spieler hat und gute Entscheidungen im Draft trifft. Der Ansatz der Ravens, das Talentlevel im Team zu maximieren stellt sich als ebenfalls erfolgversprechend dar. Damit sollten die Falcons theoretisch dafür gerüstet sein bessere Entscheidungen im Draft zu treffen, als noch unter Dimitroff.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.