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Allgemein Offseason 2021

Falcons Offseason – Die agnostische Perspektive

Die Offseason der Falcons lässt vor allem eines offen: Fragen über Fragen. Warum wir noch nicht genau wissen, wohin die Reise geht.

Fontenot hat, wie Sven schon sehr gut ausgeführt hat, einiges an Scherben geerbte und aus diesem Salat mal mindestens mixed signals gesendet. Die Ryan Restructure, der PittsPick und das Festhalten an Deion Jones sprechen dafür, dass er nie wirklich mit einem QB im Draft liebäugelte, sondern noch einen letzten Ryan-Anlauf nehmen will. 

Aber es sprechen auch einige Indizien dafür, dass Fontenots Plan sehr wohl der sofortige Rebuild war:

  • Das notgedrungene, letztsekundige Timing der Ryan Restructure
  • Die Weigerung 2023 Cap Space anzurühren
  • Sich für alle Spieler, inklusive Grady und Debo, Trade Angebote anhören
  • Den frühen März-Downtrade aus #4 abzulehnen aus QB-Interesse

Aus der Perspektive ist der Rebuild nur deshalb “soft” ausgefallen, weil die Karten, die er bekommen hat, gegen ihn gemischt waren: Die Dimitroff-Verträge wollte kaum wer für guten Value erwerben, Lance war weg auf #4 und Justin Fields war bei offenbar einigen  in der Liga ähnlich evaluiert wie bei den Falcons – und zwar nicht als Top 5 Pick – und was auch den späteren Downtrade aus #4 zunichte machte.

Für die andere Perspektive, Fontenot will jetzt mit Ryan gewinnen und und später sich um den Rebuild kümmern, spricht dass es eben ein vielleicht fragwürdiges Festhalten an überteuerten Defendern war, dass ihn daran hinderte bereits im März klar Schiff zu machen. Was wenn die Angebote für Jarrett und Debo gut waren, und Fontenot hat sie dennoch abgelehnt, weil er den Wert von einzelnen (noch dazu Box-)Defendern überschätzt, und sie für wichtig erachtet in eben dem Plan heuer sofort anzugreifen? Was wenn Pitts wirklich immer schon der Plan war, und der Rest nur Gehabe? Das wäre ein ganz anderer Prozess im Hintergrund, einer, der deutlich zu hinterfragen wären, und der aber zu eben dem halbgaren Ergebnis führen würde, das wir jetzt vor uns haben, ein weder Fisch noch Fleisch aus Win Now und Rebuild.

Wäre wirklich sofortiger Rebuild sein Plan gewesen, hätte es mühsame Wege gegeben, das ohne die Ryan Restructure zu bewerkstelligen, es hätte aber dafür aber eben einen März-Trade von Grady Jarrett gebraucht, sowie einen Cut oder eine Restructure von Debo. Wenn Fontenot wirklich radikal Rebuild gewesen wäre, wäre das der Weg gewesen, aber wir wissen wie gesagt nicht, was die Angebote waren für Jarrett.

Wenn in 2023 oder 2024 ein junger (vermutlich via teurem Tradeup geholter) QB übernehmen sollte, ist die Defense mit neuem Talent gefüllt und verbessert, die O-Line, gerade die Interior O-Line hat mehr Erfahrung und sollte gefestigt sein und das Receiving Corps wird um Ridley und Pitts herum aufgebaut. Der 2022 Draft, für den Julio einnnen 2nd rounder abgeworfen hat, wird leichter zu scouten sein als 2021, was für die drei Falcons-Picks in den Top 60 vielleicht Gutes heißt.

Auf der anderen Seite sind die Falcons mit diesem halbgaren Zugang jetzt im Fegefeuer: Ryan und Ridley und Pitts dürften eine Offense stellen, die um die Top 10 mitspielt, die Defense wird vllt Mittelmaß schaffen, und es bleibt bei einem 8-9 oder 9-8 das niemandem wirklich weiterhilft. Die Gefahr ein, oder zwei Jahre in diesem “schleichenden” Rebuild zu verschwenden ist riesig, auch weil die Ryan Vertragssummen ja nur vertagt werden: Sobald die Entscheidung da ist, dass er gehen muss, ist das Team für mindestens ein weiteres Jahr in Cap Hölle. 

Es ist also einfach noch nicht klar zu beantworten, wie Fontenot die Sache genau angegangen ist. Das heißt aber nicht, dass es keinen Plan gab. Es heißt vermutlich einfach nur, dass bei jedem Plan du mit den Unwägbarkeiten und Umständen außerhalb deiner Kontrolle arbeiten musst, und Fontenots erste Offseason noch von dermaßen viel Streufeuer (von Dimitroff, Shanahan, etc.) bedacht war, dass es wirken kann, als ob er ruderlos wäre. Aber ob er das tatsächlich ist, können wir mit derzeitigem Stand nicht sagen. 

Es ist ein bisschen wie ein Play Action RB-Dumpoff für 3 Yards auf 1st and 10. Der Playcall war vielleicht Andy Reids Deep Shot, aber die Coverage war zu gut dafür, also nahm man, was man kriegen konnte. Der Playcall war vielleicht auch First Read: RB. Wir brauchen auf jeden Fall noch mehr Infos über den Playcaller Fontenot um zu wissen, wie er genau tickt.  

Es gibt auf jeden Fall plausible Pläne, die die bisherigen Moves sehr wohl enthalten und erklären können, aber wir wissen noch nicht genau, welcher Plan wirklich als Modell im Hintergrund stand.

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